Admin
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Neueinsteiger sollten saisonbedingte Umsatzschwankungen beachten
0Wer sich selbständig macht muss darauf achten, dass seine Finanzplanung auch das durch die Jahreszeit bedingt veränderte Kundenverhalten mit einkalkuliert. Eine Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt deutlich, dass sich der Umsatz im Einzelhandel, je nach Jahreszeit, erheblich verändert. Nicht nur logisch erscheinende Umsatzspitzen, wie er zum Beispiel bei Pflanzen, Samen, Heizmaterial oder Sonnenöl üblich ist, wurden verzeichnet, sondern auch Änderungen des Kaufverhaltens, die nicht von der Jahreszeit abhängig sein dürften. So steigen im Frühjahr beispielsweise auch die Verkaufszahlen für Heimtierzubehör oder Obst und Gemüse. Dagegen sinken die Einkünfte der Händler für Unterhaltungselektronik, Zeitungen und Bürobedarf. Trotz einiger, saisonal bedingt höherer Gewinne, sinkt der Umsatz durchschnittlich im Frühjahr jeden Jahres um rund 0,8 Prozent. Bei einer Unternehmensgründung sollte man sich vorab genau informieren, ob das eigene Produkt unter Umständen während einiger Monate im Jahr weniger gefragt ist und deshalb höhere Reserven nötig sind.
“Frühjahrsputz” als Selbstständiger absetzen
0Auch seinen Frühjahrsputz, kann man sich als Selbständiger vom Finanzamt zumindest teilweise finanzieren lassen. Schließlich gilt; Zeit ist Geld und das betrifft bei einem Unternehmer natürlich vor allem die eigene Zeit. Deshalb entscheiden auch Kleinunternehmer immer häufiger, für kleine und große Arbeiten an Haus und Garten Facharbeiter anzustellen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ebenso Nerven, da ausgebildete Fachkräfte in der Regel bessere Arbeit abliefern, als man selbst in dem Bereich leisten könnte. Wichtig ist, sich dafür immer eine Rechnung ausstellen zu lassen. Denn Vater Staat beteiligt sich anteilig an den Kosten – selbst für Handwerker und Dienstleister, die für die private Wohnung, oder das Grundstück engagiert werden. 20% und maximal 1.200 Euro, können von den dafür anfallenden Ausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Arbeiten an der Wohnung, dem Garten, einer Zweitwohnung, oder einem Ferienhaus handelt. Alles was unter “haushaltsnahe Arbeiten” fällt, muss das Finanzamt in diesem Rahmen akzeptieren. Und wer noch keine fälligen Reparaturarbeiten an seinem Haus hat, der kann sich seinen Frühjahrsputz auf die Art bezuschussen lassen.
Outsourcing von Selbständigen unterschätzt
0Viele Selbständige begehen den Fehler, trotz fehlender- oder Überqualifizierung, einen Großteil ihrer Zeit mit Arbeiten zu verbringen, die besser von Mitarbeitern, oder von Drittunternehmen erledigt werden könnten. Als Grund dafür wird oft die Sorge vor zu hohen Kosten angegeben, oder die Befürchtung, dass Außenstehende das gewünschte Ziel eventuell nicht korrekt verstehen. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass Fachleute die im gewünschten Bereich geschult sind, in den meisten Fällen sogar bessere Ergebnisse erzielen, da sie sich unbelastet von anderen Aufgaben auf einen Arbeitsbereich konzentrieren können. Zusätzlich wird bei der Berechnung der Kosten oft nicht mit einkalkuliert, dass die auf Nebentätigkeiten verwendete Arbeitszeit für die Hauptarbeit des Unternehmens verloren ist. ‘Time is Money’ wird gerade von Jungunternehmern häufig unterschätzt. Wem es schwer fällt, einen Teil der Verantwortung abzugeben, sollte damit beginnen kleiner Aufträge zu vergeben, wie beispielsweise Datenaktualisierung, einfache Werbemaßnahmen, oder Recherchen. So lernt man allmählich die Hauptaufgabe eines Unternehmers – die Führung und Überwachung der Firma.
Regierung plant Gesetz zur Rentenvorsorge von Selbständigen
0Die amtierende Regierungskoalition hat es sich zum Ziel gesetzt, noch in diesem Jahr ein Gesetz zu verabschieden, dass Selbständige zwingt, selbst für ihre Rente zu sorgen. Bisher ist dies oft nicht in ausreichendem Maße gegeben, wodurch viele Kleinunternehmer im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen. Selbständige gehören derzeit zu der größten Risikogruppen für Altersarmut. Zwar begrüßt die Arbeitgebervereinigung für Unternehmen aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V. den Vorstoß der Regierung, allerdings kritisiert sie die Forderungen einzelner Politiker, Selbständige zu einer solchen Absicherung zu zwingen. Damit wären vor allem Jungunternehmer und Ein-Mann-Firmen oftmals überfordert. Das würde dazu führen, dass ein Großteil von ihnen zusätzliche Sozialhilfe beantragen müsste, was schnell zu einer Schließung des Gewerbes führen kann, da die Mitarbeiter der zuständigen Arbeitsagentur für Arbeit sie als Gegenleistung für eine Aufstockung zwingen kann, eine andere Arbeit anzunehmen. Auch gesetzlich vorgeschriebene Einzahlungen in die staatliche Rentenkasse, lehnt die Arbeitgebervereinigung ab. Selbständige sollten die Anlageform ihrer Rentenvorsorge selbst bestimmen können. “Aus unserer Sicht wäre eine Verpflichtung zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung die schlechteste aller Möglichkeiten”, erklärt der Vorsitzender des Vorstands der AGEV, Leonhard Müller. “Denn dann würde der Schwerpunkt der Vorsorge nicht in einem kapitalgedeckten, sondern im Umlagemodell zementiert werden. Viele Selbstständige zahlen schon heute aus ureigenem Interesse in großem Umfang in Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen und Aktienfonds ein oder haben mit Immobilien vorgesorgt.” Deshalb sei es wichtig, so Müller, dass den Betroffenen die Entscheidungsfreiheit über die Art ihrer Altersvorsorge erhalten bleibt. Auch müsse garantiert werden, dass bereits bestehende Vorsorgeverträge, beispielsweise in Form von Lebensversicherungen und Aktienfonds, auch als Rentenvorsorge anerkannt wird, da es sonst zu einer nicht akzeptablen Doppelbelastung der Unternehmer käme. Außerdem wäre eine sogenannte Schonfrist für Existenzgründer unumgänglich, da diese oftmals nicht über ausreichend Einnahmen verfügen können, die für regelmäßige Beitragszahlungen notwendig sind. Der derzeit im Bundestag debattierte Ausbau der Rürup-Rente sieht die Arbeitgebervereinigung ebenfalls nicht als zielführend an, da es erwiesenermaßen wesentlich lukrativere Spar-Modelle gibt. Es könne auch nicht sein, dass die Regierung gesetzliche Vorschriften für zusätzliche private Investitionen und Vorsorge erlässt, während sie zeitgleich die steuerlichen Vorteile der Selbständigkeit immer weiter abbaut. Müller: “Wer mehr Vorsorge möchte, muss entsprechende Anreize und Handlungsspielräume schaffen und die Bürger nicht immer weiter belasten”.
Selbstständige verdienen besser
0Nach Angaben der aktuellen DIW-Studie verdienen rund 36 Prozent aller Selbständigen in Deutschland über 2300 Euro netto. Im Gegensatz dazu verdienen nur 17 Prozent aller Angestellten, Arbeiter oder Beamten so viel. Besonders positiv ist diese Entwicklung zu werten, weil zeitgleich die Konkurrenz durch eine wachsende Zahl an Selbständigen gestiegen ist. Seit 1991 stieg die Zahl der Unternehmer von 3 Millionen auf 4, 2 Millionen. Die DIW wies auch darauf hin das, im Gegensatz zu Deutschland, in den meisten “innovationsgetriebenen Volkswirtschaften” die Einkommenshöhe bei Selbständigen stagniert. Zitat: “Der deutliche Anstieg der Selbständigkeit in Deutschland lässt darauf schließen, dass sich während des Untersuchungszeitraums tatsächlich verstärkt eine unternehmerische Kultur etablieren konnte”. Ein Großteil des Erfolges wird derzeit in den neuen Bundesländern verzeichnet. Hier verdoppelte sich die Zahl der Jungunternehmer zwischen 1991 und 2011 von 443.000 auf 867.000. Der größte Zuwachs wurde 2005 verzeichnet, als im Rahmen der Hartz-IV-Reform auch die Ich-AG eingeführt wurde.


