Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Beschluss vom 6. Juli, drei Jahre nach seiner Einführung, die Reform des Steuergesetzes 2007 für verfassungswidrig erklärt. Ab sofort ist es wieder möglich, anteilmäßig die Kosten für dass heimische Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen. Das gilt immer, wenn für die notwendige Tägigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wie es beispielsweise für Lehrer zutrifft. Private Arbeitszimmer können auch von Selbständigen weiterhin abgesetzt werden, wenn hier mindestens fünfzig Prozent des Berufes ausgeübt wird. Zu den absetzbaren Kosten gehören auch die Renovierung des Raumes. Einrichtungsgegenstände werden jedoch weiterhin als Arbeitsmittel verrechnet.
Social Payment-Dienste wie Flattr und Kachingle, haben eine Möglichkeit geschaffen, mit der sich selbständige Betreiber von Websiten, auch ohne die oft nervige Werbung einen Zusatzverdienst aufbauen können. Hierzu müssen sie nichts weiter tun als sich, zum Beispiel bei Flattr oder neu auch Kachingle, anzumelden. Mit seiner Anmeldung erklärt das Mitglied sich bereit, mit einem festgelegten Euro-Beitrag eine oder mehrere Seiten seiner Wahl finanziell zu unterstützen. Der Mindestbeitrag beträgt zwei Euro pro Monat. Dafür steht auch seine Website im System und kann ihrerseits von anderen Teilnehmern finanziell unterstützt werden. Flattr ist eine Wortmischung aus „to flatter“ – Jemandem schmeicheln und „flat fee“ – Pauschalpreis. Die Idee stammt von Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde. Hiermit ist es möglich, ganz gezielt diejenigen Siten-Betreiber zu unterstützen, die sich tatsächlich die meiste Mühe geben und die besten Ergebnisse erzielen. Damit wurde ein Konzept geschaffen, dass ausschließlich die Qualität und nicht die cleversten und lukrativsten Werbeeinblendungen bewertet. Empfehlenswert.
In einem Interview mit Europas größter Wirtschaftszeitung, der „Network Karriere“, nahm Wirtschaftsminister Rainer Brüderle Stellung, zur deutschen Wirtschaft und dem Anteil des Mittelstandes an deren weiteren Entwicklung. Diesem misst er nach seiner Aussage große Bedeutung zu und sagt, dass: „Deutschland mehr Menschen braucht, die den Weg in die Selbstständigkeit wagen, Menschen, die sich trauen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Sie schaffen Wachstum und Wohlstand, sie beleben den Wettbewerb und schaffen Arbeitsplätze.“ Das soll sicher Mut machen, sich an die veränderten Arbeitsbedingungen anzupassen, die es heute kaum noch einem Facharbeiter ermöglichen, langfristig und ortsgebunden in einem Unternehmen zu arbeiten. Durch die Selbständigkeit eröffnet sich insbesondere für gut qualifizierte Fachkräfte die Möglichkeit, sich durch Eigeninitiative den Lebensunterhalt zu sichern. Großes Potential ist vor allem noch im Dienstleistungsbereich vorhanden, der in Deutschland bisher als eher unwichtig vernachlässigt wird.
Wie die „Süddeutsche Zeitung“ jetzt berichtete, wurden den deutschen Finanzbehörden wieder Kundendaten einer Liechtensteiner Bank angeboten. Mehrere hundert vermutliche Steuerhinterzieher, die zusammen eine halbe Milliarde Euro hier vor dem deutschen Finanzamt verstecken, sollen auf der angebotenen Steuer-CD gespeichert sein.
Die Liechtensteiner Bank ist das zweitgrößte Kreditinstitut des kleinen Landes. Angeblich laufen bereits Verhandlungen mit dem Finanzministerium, über den Ankauf der Daten. Es ist natürlich positiv zu bewerten, dass Steuerhinterziehern, die sich letztlich auf unser aller Kosten bereichern, das „Wasser abgegraben“ wird. Andererseits kann es unserer Gesellschaft nicht egal sein, dass sich der Handel mit vertraulichen Kundendaten immer stärker zu einem lukrativen Geschäftszweig entwickelt. Im Internetzeitalter, in dem zukünftig auch alle Steuererklärungen über den PC erstellt und über das Internet an das Finanzamt gesendet werden, muss sich jeder Bürger darauf verlassen können, dass Datenschutzbestimmungen ohne Einschränkungen, vor allem von unserer Regierung, geachtet werden.
Die Zahl der Firmengründungen hat während der Wirtschaftskrise noch einmal zugenommen. Um circa zehn Prozent, stieg die Zahl der Firmenneugründungen 2009, im Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres. Was im ersten Moment paradox erscheint, hat einen einfachen Hintergrund. Durch Krisen bedingte Entlassungen und staatlich geförderte Teilzeitarbeit, sowie der steigenden Zahl von Zeitarbeitsfirmen, ist es immer weniger Menschen möglich, von den angebotenen Gehältern zu leben. Auch wer in seinem Beruf gut ist, hat oft nur die Wahl zwischen einer Hartz-4-Aufstockung, oder sich als Selbständiger zu versuchen.
Auch Langzeitarbeitslose nutzen oft die vom Arbeitsamt angebotene finanzielle Unterstützung, um der Aussichtslosigkeit auf eine Festanstellung zu entgehen. Jede fünfte Firmenneugründer des vergangenen Jahres, war vorher arbeitslos. Das ist jedoch nicht nur negativ zu bewerten. Viele Menschen begreifen es auch als Chance, etwas zu versuchen, was sie sich ohne die Notwendigkeit niemals getraut hätten. Wie erfolgreich ein Selbständiger letztlich ist, hängt von vielen Faktoren ab, von denen Ausdauer und Fleiß wohl zwei der wichtigsten sind.