Warum meine Hausbank mich beim Dollar-Kurs abzockt – und wie ich mit Wise jährlich 1.200 € spare

Veröffentlicht am 22. Januar 2026

Wir müssen über eine Kostenfalle reden, die so unsichtbar ist, dass 90 % der Selbstständigen sie gar nicht bemerken.

Ich betreibe, wie ihr wisst, einen kleinen Online-Shop und eine Agentur.

Jeden Monat gehen von meinem Firmenkonto diverse Zahlungen in die USA ab:

  • 50 $ für Software-Lizenzen.
  • 200 $ für Server-Hosting.
  • 1.500 $ an einen Freelancer in New York, der für mich Texte schreibt.

Früher habe ich das einfach mit meiner Sparkassen-Kreditkarte oder per Banküberweisung bezahlt.

Auf dem Kontoauszug stand dann: „Kurs 1,08 USD/EUR“. Ich dachte: „Passt schon, ist halt der Kurs.“

Bis ich eines Tages parallel bei Google „Euro Dollar Kurs“ eingetippt habe.

Google sagte: „1,11 USD/EUR“.

Moment mal.

Meine Bank hat mir für jeden Euro viel weniger Dollar gegeben als der Markt.

Dieser Unterschied (der sogenannte „Spread“) ist eine versteckte Gebühr. Bei meiner 1.500-Dollar-Überweisung und den anderen Kosten habe ich jeden Monat fast 50 bis 80 Euro verbrannt. Einfach so. Ohne Rechnung, ohne Mehrwert. Aufs Jahr gerechnet sind das fast 1.000 Euro!

Ich hatte die Schnauze voll und habe mir ein Wise Business Konto geholt.

Warum das für jeden, der auch nur eine einzige Rechnung im Ausland zahlt (oder bekommt!), Pflicht ist, erkläre ich euch jetzt.

Der Trick der Banken vs. Der „echte“ Devisenkurs

Traditionelle Banken werben oft mit „Günstige Auslandsüberweisung nur 10 Euro!“.

Das ist die sichtbare Gebühr.

Aber hintenrum rechnen sie mit einem schlechten Wechselkurs. Sie kaufen den Dollar billig ein und verkaufen ihn dir teuer weiter.

Wise macht das anders.

Sie nutzen den Devisenmittelkurs (Mid-Market Rate). Das ist der „echte“ Kurs, den du auch bei Google oder Reuters siehst.

Dafür nehmen sie eine kleine, transparente Gebühr (meist um die 0,4 – 0,6 %).

Unter dem Strich ist das fast immer 5x bis 8x günstiger als die Hausbank.

Mein Test: Das Multi-Währungs-Konto

Ich habe mich angemeldet (Identifizierung per App, dauerte 15 Minuten).

Was man bekommt, ist kein normales Konto, sondern ein Multi-Währungs-Konto.

Das ist der absolute Wahnsinn für Freelancer und Händler.

Ich habe in meinem Wise-Account jetzt nicht nur eine Euro-IBAN.

Ich habe auch:

  • Eine US-Kontonummer (Account Number & Routing Number).
  • Eine britische Kontonummer (Sort Code).
  • Und Kontodaten für Australien, Neuseeland, etc.

Das Szenario:

Ich habe einen Kunden in den USA.

Früher musste der eine teure internationale Überweisung (SWIFT) an meine deutsche IBAN machen. Das hat ihn genervt und Gebühren gekostet.

Jetzt gebe ich ihm meine US-Kontodaten von Wise.

Er überweist per „ACH“ (lokale US-Überweisung). Das kostet ihn nichts.

Das Geld landet in Dollar auf meinem Wise-Konto.

Dort kann ich es liegen lassen, in Euro tauschen, wenn der Kurs gut steht, oder damit direkt meine US-Software-Abos bezahlen.

Die Debitkarte: Nie wieder Auslandsgebühren

Zu dem Konto gibt es eine grüne Visa-Debitkarte (Business).

Die nutze ich jetzt für alle meine Abos (Slack, Adobe, Google Ads in Dollar).

Die Karte erkennt automatisch: „Aha, Alex zahlt in Dollar. Ich habe noch Dollar auf dem Konto. Ich nehme die.“

Keine Umrechnungsgebühr. Nichts.

Und wenn ich mal beruflich in London bin, zahle ich mit der Karte die Tube oder das Pint im Pub. Wise tauscht in Sekundenschnelle Euro in Pfund zum Bestkurs um.

Meine Hausbank wollte dafür früher immer 1,75 % „Auslandseinsatzentgelt“. Wise will fast nichts.

Der Haken: Es ist keine Vollbank

Ist Wise jetzt der Ersatz für mein Geschäftskonto bei der Sparkasse oder Qonto?

Nein.

Wise ist ein Spezial-Tool für Fremdwährungen.

Warum?

  1. Kein deutscher Support: Es gibt zwar Support, aber bei komplexen Problemen rufe ich lieber in Deutschland an.
  2. Keine DATEV-Schnittstelle (perfekt): Man kann zwar Auszüge exportieren (CSV/MT940) und es gibt Integrationen zu Xero oder QuickBooks, aber für den deutschen Steuerberater ist ein klassisches Bankkonto oft einfacher zu verbuchen.
  3. Negativzinsen/Guthabengebühr: Bei sehr hohen Beträgen (über 100.000 €) war Wise in der Vergangenheit streng mit „Verwahrentgelten“, auch wenn sich das durch die Zinswende entspannt hat. Ich nutze es als „Durchlaufkonto“, nicht als Sparkonto.

Mein Fazit für Digitale Nomaden & Händler

Wenn du nur Kunden in Buxtehude und Castrop-Rauxel hast, brauchst du Wise nicht.

Aber sobald du:

  • Software in Dollar bezahlst (macht fast jeder).
  • Ware in China einkaufst.
  • Kunden in der Schweiz, UK oder USA hast.

…dann ist Wise ein Muss.

Es ist das fairste Banking-Produkt, das ich kenne. Transparenz pur.

Ich habe letztes Jahr durch die besseren Kurse und wegfallenden Gebühren knapp 1.200 Euro gespart. Das ist ein netter Urlaub – bezahlt von dem Geld, das meine alte Bank mir sonst abgenommen hätte.

Habt ihr Kunden im Ausland? Wie lasst ihr euch bezahlen? Per PayPal (teuer!) oder Banküberweisung?

Cheers mate,