Raus aus der Dispo-Falle: Warum dein Kontokorrentkredit dich arm frisst (und wie du ihn smart ablöst)

Veröffentlicht am 5. Februar 2026

Heute schauen wir uns mal einen „stillen Killer“ an. Einen, der sich ganz leise in deine Bilanz schleicht und dort monatelang an deinem Gewinn knabbert, ohne dass du es groß merkst.
Ich rede von deinem Kontokorrentkredit (kurz „KK“ oder einfach Dispo).
Seien wir ehrlich: Der KK ist super bequem. Die Bank richtet dir eine Linie ein – sagen wir 20.000 Euro – und du kannst machen, was du willst. Mal bist du 5.000 im Minus, mal 15.000. Es gibt keinen starren Rückzahlungsplan, keine nervigen Fragen. Solange du innerhalb der Linie bleibst, ist alles chillig.

Oder?

Nein, ist es nicht. Denn diese Bequemlichkeit lassen sich die Banken fürstlich bezahlen. Ich habe neulich Zinsabrechnungen von Kollegen gesehen, da standen 12% oder 13% Zinsen drauf. Und bei Überziehung der Linie (geduldete Überziehung) waren es fast 18%. Das ist Wucher, Leute!
Wenn du dauerhaft im Minus bist, arbeitest du eigentlich nur noch für die Bank, nicht mehr für dich. Deshalb zeige ich dir heute, wie du da rauskommst und dabei tausende Euro sparst.

Die Milchmädchenrechnung: Dispo vs. Ratenkredit

Lass uns mal kurz rechnen. Ich hasse Mathe eigentlich, aber wenn es um mein Geld geht, werde ich plötzlich zum Einstein.

Stell dir vor, du nutzt deinen Kontokorrentrahmen dauerhaft mit durchschnittlich 20.000 Euro aus.

  • Szenario A (Der Bequeme): Du bleibst im KK bei deiner Hausbank. Zinssatz: 12%.Kosten pro Jahr: 2.400 Euro nur an Zinsen! Das Geld ist weg. Verbrannt.
  • Szenario B (Der Smarte): Du schuldest das um in einen klassischen Ratenkredit für Unternehmer. Aktuelle Zinssätze liegen hier oft (je nach Bonität) bei 4% bis 6%. Rechnen wir mal mit 6%.Kosten pro Jahr: 1.200 Euro.

Ergebnis: Du sparst 1.200 Euro im Jahr, nur durch eine einzige Unterschrift. Das sind 100 Euro im Monat, die du mehr in der Tasche hast. Fürs Nichtstun.

Wann eine Umschuldung Sinn macht

Nicht jeder Dispo ist böse. Der Kontokorrent ist dafür da, kurzfristige Spitzen abzufangen (Skonto ziehen, Saisonware kaufen). Dafür ist er perfekt.

Er wird aber zum Gift, wenn er zum Dauerzustand wird.

Die Faustregel lautet:

Wenn du seit mehr als 6 Monaten dauerhaft im Minus bist, ist der Kontokorrentkredit die falsche Finanzierungsform.

Du finanzierst hier nämlich langfristigen Kapitalbedarf (den Sockelbetrag) mit kurzfristigen, teuren Zinsen. Das ist betriebswirtschaftlicher Selbstmord auf Raten.

Schritt-für-Schritt: So schichtest du um

Viele haben Angst vor der „Umschuldung“, weil es so kompliziert klingt. Ist es aber nicht. Hier ist mein Schlachtplan:

  1. Kassensturz: Schau dir deine Kontoauszüge der letzten 12 Monate an. Was war der niedrigste Kontostand? Warst du jemals im Plus? Wenn dein „Bestwert“ minus 10.000 Euro war, dann brauchst du einen Ratenkredit über 10.000 Euro.
  2. Angebote einholen: Geh nicht sofort zu deiner Hausbank. Die verdienen ja prächtig an deinem Dispo, die haben oft wenig Interesse, dir einen günstigeren Kredit zu geben (traurig, aber wahr).Vergleiche online Angebote für „Umschuldungskredite für Selbstständige“ oder „Freie Verwendung“.
  3. Vorfälligkeitsentschädigung prüfen? Gute Nachricht: Beim Kontokorrent gibt es das meistens nicht. Du kannst ihn jederzeit auf Null zurückführen. Anders ist das, wenn du einen alten Ratenkredit ablösen willst – da musst du prüfen, ob die Bank eine Strafgebühr (Vorfälligkeitsentschädigung) verlangt. Aber beim Dispo: Freie Fahrt!
  4. Der Switch: Du nimmst den neuen Kredit auf. Sobald das Geld da ist, gleichst du das Girokonto aus. Wichtig: Lass die Kreditlinie (den Rahmen) bestehen, aber nutze sie nicht mehr dauerhaft! Sie ist nur noch deine Notfall-Reserve.

Psychologischer Vorteil: Der Tilgungszwang

Es gibt noch einen Grund, warum ich Ratenkredite liebe: Sie zwingen dich zur Disziplin.

Beim Dispo zahlst du nur Zinsen, die Schuld bleibt gleich hoch. Jahre lang.

Beim Ratenkredit zahlst du Zinsen plus Tilgung. Das heißt, jeden Monat werden deine Schulden weniger. Nach 36 oder 48 Monaten bist du schuldenfrei.

Das Gefühl, wenn der Kreditbalken jeden Monat kleiner wird, ist unbezahlbar. Es motiviert dich. Das ewige Minus auf dem Girokonto hingegen deprimiert nur.

Schenk der Bank nichts

Schau heute noch auf deine letzte Quartalsabrechnung. Wie viel Zinsen hast du gezahlt? Wenn dir die Zahl Tränen in die Augen treibt, dann handle. Eine Umschuldung ist kein Hexenwerk und oft in wenigen Tagen erledigt. Dein zukünftiges Ich wird dir danken. Wir Unternehmer haben nichts zu verschenken. Schon gar nicht an Banken, die uns 12% Zinsen abknöpfen.