Qonto im Praxisvergleich – lohnt sich das Geschäftskonto für Selbstständige und Unternehmer?

Veröffentlicht am 10. November 2025

Der Markt für digitale Geschäftskonten wächst rasant.
Neben klassischen Banken wie der Deutschen Bank oder den Sparkassen etablieren sich immer mehr Fintech-Anbieter, die Banking vollständig digitalisieren wollen.
Einer der größten Akteure in Europa ist Qonto – eine französische Neobank mit Sitz in Paris und deutscher Niederlassung in Berlin.
Das Unternehmen wirbt mit einfachem Onlinebanking, klarer Preisstruktur und Fokus auf Selbstständige, Freiberufler und KMU.
Doch wie gut ist Qonto tatsächlich – und für wen lohnt sich der Anbieter?


1. Unternehmensprofil

KriteriumDetails
NameQonto SAS (Deutschland: Qonto GmbH)
Gründung2016, Frankreich
Kundenbasisüber 500.000 in Europa (Stand 2025)
ZielgruppeSelbstständige, Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen
LizenzVollbanklizenz (EU) über Banque de France
Einlagensicherungbis 100.000 € (nach EU-Richtlinie)

Qonto positioniert sich als komplette Finanzplattform – also nicht nur als Kontoanbieter, sondern auch als Tool für Buchhaltung, Teamverwaltung und Ausgabenkontrolle.


2. Kontomodelle und Kosten

Qonto bietet derzeit vier Kontomodelle an, die sich nach Unternehmensgröße richten:

ModellMonatsgebühr (netto)ZielgruppeKartenanzahl
Solo9 €Freiberufler, Einzelunternehmer1 Karte
Basic19 €kleine Teamsbis 2 Karten
Smart39 €wachsende Unternehmenbis 5 Karten
Premium89 €größere Firmenbis 10 Karten

Transaktionen innerhalb der SEPA-Zone sind in allen Modellen enthalten, internationale Zahlungen werden separat berechnet.
Alle Konten sind voll digital – inklusive IBAN, Mastercard, Onlineverwaltung und App-Zugang.


3. Funktionsumfang

Qonto versteht sich nicht als klassische Bank, sondern als Business-Finanzplattform.
Ziel ist die Automatisierung von Buchhaltungs- und Verwaltungsvorgängen.

Wichtige Funktionen:

  • Echtzeit-Überweisungen und Multinutzerzugriff
  • Rechnungsverwaltung und Belegscan
  • Integration in lexoffice, sevDesk, DATEV, FastBill
  • Automatische Umsatzkategorisierung
  • Verwaltung mehrerer Karten und Budgets
  • API-Schnittstelle für individuelle Lösungen

Besonders hervorzuheben ist die Transparenz bei Teamausgaben: Unternehmen können Unterkonten anlegen und einzelnen Mitarbeitern Budgetlimits zuweisen.


4. Kredite und Finanzierungsmöglichkeiten

Qonto bietet selbst keine klassischen Kredite an, kooperiert aber mit externen Partnern wie October, Unzer, Defacto und Silvr.
Über diese Schnittstellen lassen sich kurzfristige Finanzierungen bis 250.000 € beantragen.

Zielgruppe sind:

  • Freiberufler mit stabilem Cashflow,
  • KMU mit regelmäßigen Transaktionen,
  • Start-ups mit wachsendem Umsatz.

Kreditentscheidungen erfolgen meist automatisiert anhand von Kontoumsätzen und Buchhaltungsdaten – ohne aufwendige Papierunterlagen.


5. Sicherheit und Regulierung

Qonto unterliegt der europäischen Bankenaufsicht und erfüllt alle Anforderungen nach PSD2-Richtlinie.
Die Einlagen sind bis 100.000 € abgesichert.
Datentransfer erfolgt nach ISO 27001-Standard, Serverstandort ist innerhalb der EU.

Besonders positiv fällt die konsequente Trennung von Kundengeldern und Unternehmensvermögen auf – ein Punkt, an dem einige Fintechs in der Vergangenheit Kritik erhielten.


6. Kundenerfahrungen und Bewertungen

PlattformBewertung (Stand 2025)Tendenz
Trustpilot4,6 / 5positiv
Google Reviews (DE)4,4 / 5positiv
Finanzfluss Community4,3 / 5positiv

Gelobt werden:

  • einfache Bedienung,
  • klare Preisstruktur,
  • schnelles Onboarding (oft < 15 Minuten).

Kritikpunkte:

  • keine klassische Kreditvergabe,
  • kein Bargeldservice,
  • eingeschränkter Telefonsupport bei günstigen Tarifen.

7. Vergleich zu Wettbewerbern

AnbieterStärkenSchwächen
QontoAutomatisierung, Teamfunktionen, klare Strukturkeine Kredite, kein Bargeld
FinomMultibanking, Cashback, günstigeingeschränkte Integration
N26 Businessniedrige Gebühren, schnelle Appweniger Business-Funktionen
KontistIntegration für Freiberufler, Steuerautomatikweniger geeignet für größere Firmen

Qonto positioniert sich klar zwischen Finom (preisorientiert) und klassischen Banken (serviceorientiert) – mit Fokus auf Business-Workflow und Skalierbarkeit.


Qonto ist kein Ersatz für eine klassische Hausbank, aber eine ernsthafte Alternative für Selbstständige und Unternehmen, die digitale Prozesse schätzen.
Das Konto bietet professionelle Funktionen, hohe Datensicherheit und Transparenz – allerdings ohne umfassende Kreditlösungen.

Fazit:
Für Freiberufler und KMU, die ihre Finanzen effizient und papierlos managen wollen, gehört Qonto 2025 zu den führenden digitalen Business-Banken Europas.
Wer jedoch Wert auf persönliche Beratung oder klassische Kreditlinien legt, wird bei traditionellen Instituten besser aufgehoben sein