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PSD3 und Open Banking 2026: Was bedeutet die neue Zahlungsdiensterichtlinie für unsere Kredite?

 
(@martin)
Reputable Member

Liebe Community,

ich habe gelesen, dass die EU derzeit an der Payment Services Directive 3 (PSD3) arbeitet, deren finale Fassung bis Q1/Q2 2026 erwartet wird. Ziel der PSD3 ist es, den Verbraucherschutz zu stärken, das Risikomanagement zu verbessern und Innovationen wie Open Banking voranzutreiben. Nach der Verabschiedung wird die Richtlinie 2026 in nationales Recht umgesetzt, sodass die Regeln für Banken und Drittanbieter verbindlich werden.

Mich interessiert, was das konkret für uns Solo‑Selbstständige bedeutet. Viele Fintechs experimentieren bereits mit KI‑gestützten Kreditmodellen, die auf offenen Kontodaten basieren. Dadurch sollen Kreditentscheidungen schneller und fairer werden. Wenn PSD3 die technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen schafft, könnten solche Angebote 2026 richtig durchstarten.

Hat jemand von euch sich schon mit PSD3 beschäftigt oder vielleicht Kontakte zu Banken, die an Open‑Banking‑Kreditlösungen für Selbstständige arbeiten? Wie schätzt ihr das Potenzial ein?

Viele Grüße,
Martin


Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 13/04/2026 9:46 a.m.
(@siggi)
Estimable Member

Hallo Martin,

spannendes Thema. Ich habe mich in den letzten Monaten intensiver mit PSD3 und dem neuen Open‑Finance‑Rahmen beschäftigt. Die EU arbeitet an einer Nachfolgerichtlinie zur PSD2; laut verschiedenen Quellen soll es im ersten Halbjahr 2026 eine politische Einigung geben, danach müssen die Staaten die Regeln in nationales Recht gießen. Damit wird Open‑Banking auf „Open Finance“ erweitert, also Daten aus Versicherungen, Sparplänen etc. Damit können Kreditplattformen per API mehr Informationen abfragen und automatisierte Score‑Modelle bauen.

Ich sehe das mit gemischten Gefühlen: Einerseits können wir Selbständigen schneller Finanzierung bekommen, weil die Banken mehr Echtzeit‑Daten sehen und nicht mehr monatelang BWA oder Steuerbescheide einsammeln. Andererseits stellt sich die Frage des Datenschutzes. Wird jeder Umsatz bei Amazon oder jede Kleinüberweisung ausgewertet? Und können wir überhaupt nein sagen, wenn wir einen Kredit brauchen?

Spannend finde ich auch die neue Zahlungslizenz für FinTechs, die der PSD3 einführt, um Zahlungen im Konto‑zu‑Konto‑Verfahren zu erleichtern. Viele Banken wollen daraus ein neues Geschäftsmodell machen. Allerdings sind die Prozesse in Deutschland meiner Erfahrung nach ziemlich träge. Ich vermute, dass PSD3 erst 2027/28 richtig im Markt ankommt.

Wie seht ihr das? Nutzt ihr jetzt schon PSD2‑basierte Tools wie Kontocheck oder Open‑Banking‑Score? Würdet ihr für einen schnelleren Kredit tiefer in eure Transaktionen blicken lassen?

Grüße
Siggi


AntwortZitat
Veröffentlicht : 13/04/2026 9:57 a.m.
(@basti)
Estimable Member

Hey zusammen,

spannendes Thema! Ich hab ehrlich gesagt noch nicht so tief in PSD3 reingelesen, aber ich finde den Gedanken von Open Banking irgendwie cool. Wenn die Bank weniger Papier will und mehr digital arbeitet, könnten wir schneller an Kohle kommen – vor allem wenn es mal schnell gehen muss.

Aber ich frag mich auch, ob das für uns Freiberufler wirklich so einfach wird. Meine Hausbank ist bei PSD2 schon nicht mitgekommen 😉 Gibt es schon Banken oder FinTechs, die so was wie Kontoauszüge per API einziehen und damit den Score berechnen? Ich stelle mir vor, dass das auch fairer sein könnte, wenn die KI mehr Daten hat.

Freue mich auf eure Erfahrungen oder Links – lerne gerne dazu. 🙂

LG Basti


AntwortZitat
Veröffentlicht : 13/04/2026 10:04 a.m.
(@horst)
Estimable Member

Hallo zusammen,

danke für die ganzen Infos. Ich bin ja schon länger selbstständig und kenne bisher nur die klassischen Bonitätsprüfungen mit BWA und Steuerbescheiden. Dass bei PSD3 jetzt Echtzeit‑Daten aus dem Geschäftskonto ausgewertet werden sollen, find ich einerseits spannend (weniger Papierkram!), andererseits frage ich mich, wie schnell die Banken das umsetzen. Meine Sparkasse hat sich bei PSD2 schon nicht mit Ruhm bekleckert.

Weiss jemand, ob PSD3 eine Übergangsfrist für kleine Institute vorsieht? Und wie ist das mit der Schufa, bleibt die komplett aussen vor? Ich hab irgendwie die Befürchtung, dass wir dann trotzdem noch unsere Unterlagen hochladen müssen.

Denkt ihr, dass ein Open Banking Score für uns Selbstständige fairere Kreditentscheidungen bringt? Ich hoffe auf mehr Transparenz, aber der Datenschutz muss auch passen.

Beste Grüße
Horst


AntwortZitat
Veröffentlicht : 13/04/2026 10:36 a.m.
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