Die unattraktive Lebensversicherung

Mit vier bis sechs Prozent Zinsen, konnten in der Vergangenheit viele Deutsche, mit einer Lebensversicherung, halbwegs sinnvoll für ihr Alter Vorsorge treffen. Aufgrund des aktuell historischen Zinstiefs, werden die neuen Verträge mit einem Garantiezins von gerade einmal 1,75 Prozent angeboten – zu wenig, um auch nur die Inflation auszugleichen, die derzeit bei 1,8 Prozent liegt. Um kapitalbildende Lebensversicherungen wieder etwas attraktiver zu gestalten, ohne Gefahr zu laufen, dabei Verluste zu erleiden, testen Versicherungsunternehmen jetzt verschiedene neue Tarife. So verzichtet das weltgrößte Versicherungsunternehmen, die Allianz, auf die Garantie einer Mindestverzinsung und bietet statt dessen Versicherungen mit flexibler Verzinsung an. Garantiert werden dabei nur noch die eingezahlten Be- und die erzielten Erträge. Bei Rentenversicherungen wird zudem der Zinssatz für die Rentenphase offen gelassen und erst bei Rentenbeginn festgelegt. „Garantien gibt es nicht umsonst“, erläutert dies Allianz-Chef Michael Diekmann. Auch die ERGO-Gruppe testet ähnlich aufgebaute Versicherungsprodukte. Analysten sehen darin den Anfang vom Ende der klassischen Lebensversicherungen. Zwar bieten die Versicherer, zum Ausgleich der fehlenden Garantie, ihren Kunden eine um 0,3 Prozent höhere Überschussbeteiligung an, doch der Sinn der kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen war eben die Sicherheit, an Tag X eine bestimmte Summe garantiert zu erhalten. Wenn diese Sicherheit wegfällt, gibt es langfristig auch keinen Grund mehr für die Kunden, weiterhin ihr Geld in Versicherungen anzulegen. Bisher waren Versicherungen die beliebteste Anlageform bei den sicherheitsbewussten Deutschen. Mit 93 Millionen, gibt es mehr Lebensversicherungsverträge in Deutschland, als Einwohner.

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